Ayutthaya

25. März 2026

Nach der Grossstadt Bangkok war für uns klar, dass wir in kleinere Orte weiterreisen wollten. Ein Wunsch von Pascal war es, die Ruinen der alten Hauptstadt Siams zu besuchen. Da es sowieso auf unserer Route lag, machten wir dort einen Zwischenstopp.

Ayutthaya war über 400 Jahre lang die Hauptstadt Siams und das wichtigste Handelszentrum der Region. Nach ständigen Gebietserweiterungen fand das gleichnamige Königreich 1767 sein Ende, nachdem es von burmesischen Truppen lange belagert wurde. Die Besatzer zerstörten die Hauptstadt beinahe vollständig. Als Folge davon sammelte General Taksin die verbliebenen siamesischen Truppen, vereinte das Land wieder und vertrieb die Besatzer aus dem Lande. Die Legende besagt, dass er am Fluss Chao Phraya einen kleinen Schrein sah und das als Zeichen sah, hier die neue Hauptstadt Thonburi zu gründen, und krönte sich selbst zum König über das neue Reich. Einige Jahre später setzte ihn sein engster Vertrauter und oberster General ab und liess ihn hinrichten. Darauf verlegte der neue Monarch die Hauptstadt auf die andere Seite des Flusses und begründete damit Bangkok. Das portugiesische Viertel Kudeejeen in Thonburi gründet auch auf dieser Zeit, als nach dem Fall Ayutthayas die Portugiesen, die hier Handel betrieben, in die neue Hauptstadt flüchteten, um sich dort niederzulassen.

Anreise Wir nahmen also am Mittag den Zug vom Bahnhof Krung Thep Aphiwat nach Ayutthaya. Etwas länger als eine Stunde dauerte die Fahrt und die Sitze in der zweiten Klasse waren breit und bequem. Zum Glück konnte man die Fenster öffnen; ohne Klimaanlage bei dieser Hitze würde man sich wohl eher wie in einem Dampfkochtopf vorkommen. Viele Touristen besuchen Ayutthaya als Tagesausflug von Bangkok aus. Aber wir wollten uns genug Zeit nehmen, um die Ruinen in Ruhe zu besichtigen. Nach der Zugfahrt nahmen wir die Fähre gleich beim Bahnhof, die uns auf die andere Seite des Flusses brachte. Wir kamen bei unserer Unterkunft an und bekamen ein merkwürdiges, auf zwei Ebenen verteiltes Zimmer, das man im oberen Stockwerk betrat. Im unteren war ein Badezimmer und eine Art Aufenthaltsraum, welche mit einer super steilen Treppe verbunden waren. Aber sicherlich geräumig und sauber. Es schien, als wäre das Gasthaus in einer alten Werkstatt oder kleinen Fabrik eingebaut worden.

Am Abend besuchten wir noch den Haupttempel Wat Mahathat und machten Fotos vom berühmten Buddhakopf, der komplett in den Wurzeln eines Bodhi-Baumes eingeschlossen ist. Danach schlenderten wir bei Sonnenuntergang durch den Bueng Phra Ram Park, der um diese Zeit recht leer war, da die Tagestouristen schon verschwunden waren. Ayutthaya besitzt auch einen kleinen Nachtmarkt, der allerlei gutes und günstiges Essen bietet. Ansonsten findet man an jeder Ecke gute Restaurants. Wir hatten mal wieder Pad Krapao zum Nachtessen und holten uns noch Frühlingsrollen auf dem Nachtmarkt, da wir nicht ganz satt geworden sind.

Gleich beim Bahnhof, aber auch auf dem Weg zu den Tempelanlagen, kann man sich Fahrräder oder Roller leihen, um zu den verschiedenen Tempeln zu gelangen. Am nächsten Morgen waren wir aber gleich als Erstes beim Wat Ratchaburana, der am nächsten zu unserer Unterkunft lag, um noch vor den Touristenfluten die Anlage fast für uns alleine zu haben. Nach der ersten Ruine nahmen wir ein Taxi und fuhren zur weit entferntesten Tempelanlage, dem Wat Chai Wattharanam, besichtigten diese – hier konnte man sich auch wieder Kostüme ausleihen – und schlenderten, nach einem Kaffee, langsam alle Tempel, Stupas und Ruinen besichtigend wieder zurück zum Wat Mahathat. Wir sahen auch den riesigen, seit 2024 restaurierten liegenden Buddha, von dem wir vorher nichts gelesen hatten, aber der ganz sicher einen Besuch wert ist.

Am Mittag und zur heissesten Zeit gingen wir zurück in unser Zimmer, um der Hitze ein wenig zu entfliehen, bevor wir am Abend nochmals durch den Park schlenderten. Bei Ayutthaya kommen gleich Assoziationen zum weltberühmten Angkor Wat hoch, auch wenn es eine komplett andere Architektur aufweist. Auch wenn es hier nicht so viele Touristen gibt wie in Angkor Wat, war es trotzdem gut für uns, dass wir abends und am Morgen die Anlagen fast für uns alleine hatten.

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