Battambang

18. April 2026

Nach der eher unangenehmen Erfahrung mit dem 12go.asia Transport nach Siem Reap haben wir uns entschieden wieder mit VET dem einen grossen Transportunternehmen in Kambodscha zu fahren. Mit ihnen waren wir auch schon in Laos unterwegs gewesen. Und ausser, dass wir eine Zahlung in der App leider zweimal machen mussten waren die Reisen mit VET auch zukünftig einfach Klasse. Wir stiegen in Siem Reap also in den Bus es wurde ein Ersatzbus bereitgestellt da der eigentliche Bus ausfiel und das ist wirklich guter Service.

In Battambang warteten wirklich viele Tuktuk-Fahrer auf die Handvoll Touristen, die hier ankamen. Der Tuktuk-Fahrer der uns zum Hotel brachte, das Muni Residence war nur etwa 150 Meter von der Bushaltestelle entfernt aber was solls erklärte uns dass aufgrund der geschlossenen Grenze zu Thailand und der einsetzenden Regenzeit sich im Moment nur sehr wenige Touristen in den Osten nach Battambang getrauen. Wir waren in einem Gasthaus untergebracht, das einer lokalen Familie gehört. Sie waren fast schon zu freundlich. Es gab Willkommensdrinks und -snacks sie machten ein Foto von uns das wiederum auf unserem Bett lag als wir das erste Mal ins Zimmer kamen und sie fragten immer und immer wieder, ob sie etwas für uns tun konnten. Es war fast ein bisschen unangenehm.

Wir entschlossen uns am Nachmittag noch das Städtchen aufzusuchen etwas Kleines zu essen und einfach durch die Gassen zu schlendern. Für den darauffolgenden Tag haben wir bei der Unterkunft die Nachmittagstour gebucht mit dem Fahrer, den uns George und Matthilde die wir in Kratie kennenlernten empfohlen hatten. Das Städtchen im Osten Kambodschas ist selten auf der typischen Route von Touristen und bewahrte sich ein bisschen den Status als Backpacker-Destination. Die Stadt bewegt sich entlang zweier langgezogener Strassen. Die eine nennen sie netterweise Pub Street, obwohl dies nie etwas mit der Siem-Reap-Pub-Street zu tun hat. Die andere Strasse die No. 2 Street beherbergt viele kleine Restaurants kleine Shops und Boutiquen und beide Strassen überzeugen vor allem mit der noch vorhandenen französischen Kolonialbauten. Sie sind im Vergleich zu anderen Orten in Kambodscha Laos und Vietnam gut erhalten. Der grosse Markt ein kolonialistischer Betonbau markiert das nördliche Ende der Innenstadt ganz im Süden befindet sich die Province Hall die ursprünglich für den thailändischen Gouverneur gedacht und von der französischen Besatzung fertiggestellt wurde. Bis 2005 wurde es als Verwaltungsgebäude genutzt heute dient es als Museum über die Geschichte der Region Battambang.

Den Nachmittag verbrachten wir in der Unterkunft genossen den Pool und die Liegen und entkamen der unglaublichen Hitze. Am Abend assen wir im KC’s einem französischen Bistro Burger mit Ziegenkäse und Camembert. Es war einfach nur köstlich. Selbst die Pommes empfanden wir als gut obwohl sie traditionell französisch latschig frittiert waren.

Am nächsten Tag holte uns der Tuktuk-Fahrer am Nachmittag ab und nahm uns mit auf die typische Touristen-Tour, die man in dieser Region halt so macht. Wir fuhren zuerst zur Statue, die sich in der Mitte eines Kreisels befindet. Es zeigt eine Figur, die einen schwarzen Knüppel trägt. Der Legende nach war Ta Dambong ein Hirte der eines Tages den schwarzen Stab fand, der ihm magische Kräfte verlieh. Mit der neugewonnenen Macht entthronte er die bisherige Herrscherfamilie, die in den Wald zog um Mönche zu werden. Als er beim Versuch alle religiösen Menschen im Land umzubringen, verlor er den Stab und damit auch seine Macht. Die hier sehr abgekürzte Version kann leider nicht zeigen, wie fest diese Legende mit der Identität Battambangs verwoben ist. Auch der Stadtname bezieht sich heute noch auf diese Legende und viele Menschen beten vor dieser Figur und bitten um ein gutes und gesundes Leben. Für viele ist sie wichtiger als Buddha.

Danach folgte ein Halt beim Bambus-Zug. Auf einer früher stillgelegten Eisenbahnstrecke werden Bambusplatten auf zwei Zugachsen gelegt, die mit einem alten Rollermotor angetrieben werden. Es ist ein Heidenspass die rund 6 Kilometer lange Strecke zu fahren. Zwischenzeitlich wurde das Bambuszugfahren verboten als die Zugstrecke wieder in Betrieb genommen wurde. Heute ist sie nur noch Touristenattraktion früher diente es der lokalen Bevölkerung aber tatsächlich als Fortbewegungsmittel. Wir liessen uns von unserem Lokführer die Strecke hinfahren, wo wir den Personenzug abwarten mussten um danach wieder sicher zurückfahren zu können.

Die Fledermaushöhle stand erst am Abend auf dem Programm. Auf der Strecke hielten wir aber noch kurz an um gegrillte Ratte zu snacken. Sie schmeckt erstaunlich gut und laut unserem Guide ist es sicher sie zu essen da es sich um Ratten handelt, die auf den Reisfeldern leben und sich von den Insekten und Schnecken dort ernähren. Bei der Fledermaushöhle erwartete uns fast ein kleiner Vergnügungspark. Die Zuschauer, die das Spektakel beobachten wollen kommen von ganz Kambodscha her denn wenn es eindunkelt fliegen hier 6 Millionen Fledermäuse aus der Höhle. Wir sassen ein wenig abseits bei einem Kiosk und warteten darauf, dass es genug eingedunkelt ist damit sich die Tiere nach draussen getrauen. Und plötzlich fing es an und hörte nicht mehr auf immer mehr und mehr flatternde Tiere verliessen die Höhle in einem ununterbrochenen Strom flogen sie je nach Windrichtung zuerst eine langgezogene Kurve und dann aufs Land hinaus.

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