Wenn man von Georgien liest, kommt man um Swanetien kaum herum. Die Region im Norden des Landes, mitten im grossen Kaukasus liegend, grenzt direkt an Russland und der Gebirgszug mit vielen hohen Gipfeln markiert auch gleichzeitig die natürliche Grenze zu Russland. Da das Gebiet aber ein wenig abgelegen liegt, ist es nicht ganz einfach dorthin zu gelangen. Zwar fahren von Tbilisi direkte Marschrutkas nach Mestia und auch wenn es mit Abstand die günstigste Möglichkeit ist dorthin zu kommen, sind zehn bis elf Stunden weitere Marschrutkafahrt nicht unbedingt das, auf was wir uns freuten. Die andere Option, von der wir gelesen haben, ist mit dem Zug sieben Stunden nach Zugdidi zu fahren, dort hiess es, stünden Marschrutkas parat, die einen nach Mestia bringen würden. Da uns sieben Stunden Zugfahrt um einiges bequemer erschien als die vollgestopften Kleinbusse, kauften wir uns Fahrkarten im Voraus und standen im Morgengrauen im Tbiliser Bahnhof, stiegen in den Zug und auf ging es nach Zugdidi. Aufgrund der längeren Reise kauften wir uns erste Klasse Tickets. Im Zug befanden sich 90% Menschen in Wanderkluft gekleidet und mit Rucksäcken und Stöcken bewaffnet. Die meisten sprachen Englisch, Deutsch oder Holländisch und wir machten uns schon Sorgen, ob tatsächlich derart viele Marschrutkas in Zugdidi auf uns warten würden. Angekommen am Endbahnhof sahen wir schon die typischen Schilder, die normalerweise in den Marschrutkas in der Frontscheibe liegen mit Pfeilen versehen, die die Richtung zu den Bussen wiesen. Mit unserer Befürchtung, dass eventuell zu wenige Marschrutkas warten werden, lagen wir komplett falsch. Scheinbar hatten die Betreiber genügend Erfahrung, denn es hatte ziemlich genau so viele Plätze wie Personen, die nach Mestia wollten. Da der Andrang im Herbst sicherlich nicht derart gross sein wird wie im Sommer, wird da der Kampf um die freien Plätze vielleicht grösser. Wir fuhren los und nach den ersten paar Gebirgskurven fuhr der Fahrer zu einer Tankstelle und machte voll. Der Tank war voll, doch er konnte die Tankfüllung nicht bezahlen, also ging er lachend durch den Bus und kassierte die 35 Lari Fahrtpreis ein. In der Hälfte der Fahrt gab es eine kurze Pinkelpause und etwa um 19:00 trafen wir in Mestia ein. Der Ort ist der Hauptort in Swanetien und Ausgangspunkt für viele Wanderungen in der Region. In der Mitte des Ortes befindet sich eine Art Platz der als Parkplatz und Busbahnhof genutzt wird und die Polizei und Gemeindeverwaltung angesiedelt ist. Da wir noch keine Unterkunft gebucht hatten, im Unwissen, ob wir rechtzeitig in Mestia ankommen werden, mussten wir das noch nachholen und kaum bei Booking gebucht, versuchten wir die Gastgeber zu kontaktieren. Sie waren relativ überrascht, dass derart spät noch eine Anfrage reinkam, aber sie kamen nochmals zum Gasthaus, um uns ein Zimmer parat zu machen. Das Zimmer war relativ gross und relativ sauber, aber wirklich schön wäre etwas anderes. Wir gingen nochmals los, um in der Stadt etwas zu essen und kehrten ins Leila ein. Das Restaurant und Café ist im Inneren ein bisschen wild dekoriert, mit alten Skiern und allerlei Accessoires und die Personen, die den Laden führen sind immer zu Spässen aufgelegt. Serviert werden allerlei georgische und lokale Speisen, viele die wir bisher noch nicht probieren konnten. Nach dem Essen ging es wieder zurück zur Unterkunft und die Bergluft und die lange Anfahrt liess uns schnell und tief schlafen.
Am nächsten Tag schliefen wir ein wenig aus, unser Plan war es die Gegend zuerst ein wenig auszukundschaften, in der Touristeninformation fragen, welche Wanderungen sie uns empfehlen würden und dann eine kurze Halbtageswanderung zu machen, um uns an die Höhe zu gewöhnen und unsere eingerosteten Beine wieder zu ölen. Wir kauften ein bisschen Proviant im Supermarkt ein und holten uns einen Kaffee am Stand gleich bei der Busstation. Der Kaffee ist wirklich super und wir können den jedem empfehlen, auch wenn der Preis nicht gerade klein ist. Wir lasen im Internet, dass die Touristeninformation eigentlich von 9:00 bis 12:00 und von 13:00 bis 18:00 offen sei, die Zeiten aber unberechenbar seien. Wir kamen kurz nach 10:00 bei der Touristeninformation an, aber scheinbar war niemand daran interessiert, das Büro zu öffnen. Wir warteten noch einige Zeit, fragten einige Einheimische, aber auch sie konnten uns keine exakte Zeit nennen, wann es geöffnet sein sollte. Irgendwann waren wir das Warten leid und wir beschlossen eine kurze Wanderung zu machen, die wir online gesehen haben. Sie startet mitten im Dorf und geht hoch bis zum Mestia-Kreuz, das oben auf einem Vorsprung vor einem Berggipfel steht. Wir nahmen den Weg in Angriff und langsam, aber sicher wurde er immer steiler, durch den Wald und dann immer weiter hoch. Einige Stellen waren wirklich unangenehm und nicht gut befestigt und wir hatten viel viel länger bzw. waren langsamer als wir uns das eigentlich gedacht hatten. Endlich oben angekommen, breitet sich dort ein kleines Plateau aus, wo wir auf einer Holzverbauung unser Lunchpaket assen. Das Plateau ist auch Startbahn für Gleitschirmflieger, die man hier überall beobachten konnte. Beim Aufstieg haben wir auch immer wieder gehört, wie die Gleitschirmflieger per Funkt mit ihrem Ausbildner oder Lotsen Kontakt aufnahmen. Irgendwie wurde es in der Gegend immer hektischer, wir nahmen erst an, dass der Krankenwagen immer dort oben stationiert ist, aber nach und nach begriffen wir, dass jemand scheinbar auf dem Aufstieg, den wir gerade hinter uns hatten, verunfallt sein musste und man diese Person nun suchte und auch die Gleitschirmflieger in die Suche involviert waren. Einige Zeit später kam eine weitere Wanderin den Pfad auf das Plateau hinauf und informierte die inzwischen eingetroffene Polizei und die Rettungskräfte, dass sie die Person gesehen habe und sie die Rettungskräfte dorthin führen könne. Vom Plateau aus wäre es eigentlich noch möglich bis zu einem Bergsee zu wandern, der dann nochmals etwa 1000 Höhenmeter und einige Stunden entfernt war, wir beliessen es dabei noch ein wenig weiter bis zur Alphütte zu gehen. Nach einer kleinen Rast dort stiegen wir ab wieder zurück nach Mestia, über den Osthang, der weitaus weniger steil war, um sicher vor Einbruch der Dunkelheit zurück in Mestia zu sein.
Die allermeisten Personen, die nach Mestia kommen, sind hier, um den Uschguli-Mestia-Trek zu machen. Die Mehrtageswanderung führt alles das Tal entlang und man übernachtet jeweils in den kleinen Dörfern entlang der Strecke. Da wir für eine Mehrtageswanderung nicht ausgerüstet waren, aber trotzdem einen Teil dieses Treks machen wollten, liessen wir uns am nächsten Tag mit dem Taxi bis nach Zhabeshi fahren. Der Fahrtpreis und den Treffpunkt haben wir schon am Abend zuvor mit dem Taxifahrer ausgehandelt und so klingelte unser Wecker relativ früh und als wir das Gasthaus verliessen, hörten wir Reifen quietschen und sahen ein Auto beinahe einen Vollstopp reissen. Es war unser Taxifahrer, der uns gerade entdeckt hatte und uns mitnehmen wollte. Also sprangen wir auf und der Fahrer gab Gas und in Nullkommanichts waren wir schon am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen. Zhabeshi ist ein sehr kleines Dorf und die erste Tagesetappe, wenn man den Mehrtagestrek nach Ushguli machen will. Wir wanderten den Trek in die entgegengesetzte Richtung, um am Ende nicht in Zhabeshi ohne Rückfahrtmöglichkeit zu sein. Das Dorf bestand aus ein paar der für die Gegend bekannten Wachtürme und einigen Höfen. Wir waren derart früh dran, dass der Morgennebel das Dorf noch komplett einnahm und ausser uns nur die Kühe wach waren, auf dem Weg zur Weide. Die leichte Nässe und die Kälte zog in die Kleider und bevor wir wirklich froren, machten wir uns auf den Weg zurück nach Mestia. Der erste Teil des Weges führt alles dem Fluss Mulcha entlang. Da es in den Tagen zuvor doch einiges geregnet hatte, war der Weg oft matschig und rutschig und wir mussten vorsichtig agieren, um nicht am Hang hinunterzurutschen. Die Pfade der ersten paar Stunden sind praktisch alle Kuhpfade und nicht nur einmal mussten wir einer Kuh ausweichen, oder ihr zu verstehen geben, dass sie uns Platz machen müsse. Nach etwa 3km überquerten wir einen Gebirgsbach den Khelar auf einer wackeligen Holzplanke und danach geht es nur noch bergauf. Wir durchquerten das swanetische Dorf Tscholaschi, überquerten nochmals einen Gebirgsbach die Kherazhi, der derart viel Wasser fasste, dass er auch gleich die Strasse mitüberflutete, was keinen der Autofahrer daran hinderte, weiterzukommen. Weiter gingen wir durch die Dörfer Zhamushi, Lakhiri, bis wir oberhalb der Dörfer waren und zwischen Waldrand und Talsohle dem Wanderweg weiter folgten. Immer wieder begegneten wir Wanderern die in kleineren oder grösseren Gruppen die gleiche Etappe, aber mit dem Tagesziel Zhabeshi absolvierten. Kurz vor dem Flughafen von Mestia, es fliegt täglich eine Propellermaschine nach Tbilisi, geht es den ganzen Aufstieg wieder runter. Einige Stellen sehr steil. In diesem Abschnitt kamen uns am meisten Wanderer entgegen, die gerade die Mestia-Ushguli-Wanderung starteten. Wir wunderten uns, dass derart viele Personen noch so spät eine fünf bis sechsstündige Wanderung starten, aber sie werden schon wissen, was sie tun. Gleich nach dem Abschnitt, führt der Weg an einem verlassenen Skiresort vorbei, dass während der Sowjetzeit sehr beliebt gewesen sein sollte. Heute kann man noch die Aufteilung der Zimmer erahnen, der grossen Speisesaal und die Veranda, aber das meiste wurde schon von der Natur zurückgeholt. Am Ende der Strecke erreichten wir Mestia von einer komplett anderen Seite, wo wir ein Café fanden, mit einer wunderschönen Dachterrasse mit Aussicht auf Mestia und die umliegenden Berge. Serviert bekamen wir den grauenhaftesten Kaffee, den wir je getrunken hatten, wir waren bisher wirklich verwöhnt.
Nach der nötigen Dusche besuchten wir die «KRK-Bar», um am Blog zu arbeiten und einige Fotos auf Social Media zu stellen. Wir waren noch verhältnismässig früh, die Barfrau war noch daran die Bar einzurichten, als auch schon alles dunkel wurde. Der Strom ist ausgefallen und anstatt an unserem Blog zu arbeiten, unterhielten wir uns mit der Inhaberin der Bar und sie erzählte uns, dass das öfters vorkäme, denn die Gemeinde sei daran das Stromnetz für die Wintersaison vorzubereiten. Jedes Jahr würden sie sagen, dass es nun so weit sei, dass alles stabil sei und jedes Jahr gäbe es wieder Stromausfälle. Wir haben auch gelesen, dass hinter dem Flughafen von Mestia ein Wasserkraftwerk nach starken Unwettern von grossen Wassermassen und Geröll beschädigt worden ist und dass die Reparaturarbeiten weitaus länger dauern als ursprünglich angenommen. Wir diskutierten hin und her, was wir am darauffolgenden Tag noch machen wollten, wir haben die Wanderung zum Chalaadi Gletscher oder nochmals die Wanderung zum Mestia-Kreuz und weiter zum Koruldi-See in die engere Auswahl genommen. Nach dem Nachtessen auf dem Nachhause weg kauften wir noch den nötigen Proviant für den nächsten Tag.
Da wir nicht nochmals den steilen Aufstieg auf uns nehmen wollten und ein Taxi bis zur Gleitschirmstartbahn für uns nicht in Frage kam, gingen wir zum Chalaadi Gletscher. In mehreren Berichten steht, dass der Weg bis zum Ausgangspunkt der eigentlichen Wanderung nicht besonders toll sei und es wird, empfohlen ein Taxi bis dorthin zu nehmen. Wir wollten es selber wissen und nahmen den Weg auf uns. Der Weg geht zuerst alles durchs Dorf und ist ganz hübsch. Nach einiger Zeit biegt entlang dem Mestiaschala entlang parallel zum Flughafen immer ganz langsam bergauf. In diesem Bereich der Gemeinde wird viel gebaut, vor allem Gasthäuser und kleine und grössere Chalets. Dieser Teil ist noch in Ordnung aber nicht mehr wirklich schön. Nach dem Flughafen überquert man den Mestiaschala und folgt im weiter Bergauf. Hier wanderten wir grösstenteils auf einer unbefestigten Strasse und immer wieder überholten uns Baufahrzeuge und wir mussten ihnen ausweichen. Dies ist wirklich nicht gerade ein Weg, den wir weiterempfehlen können. Am Ende des Weges passiert man das Wasserkraftwerk, das der Grund für all die Baufahrzeuge ist. Pascal war zwar froh, als wir den Beginn der eigentlichen Wanderung ankamen, als wir aber die Hängebrücke sahen, war seine anfängliche Begeisterung gleich wieder verflogen. Die Holzplanken, auf denen man gehen sollte, waren durchgebrochen und fehlten teilweise komplett. Am Ende der Hängebrücke musste man sich um einen Felsen hangeln, dessen Befestigung der der Hängebrücke in nichts nachstand. Aber auch diese Aufgabe meisterten wir, wenn auch mit erhöhtem Puls. Am anderen Ende der Hängebrücke gibt es ein Kaffee, in dem man auch Speisen könnte, wir liessen dies rechterhand liegen und fokussierten uns auf unseren eigentlichen Plan, dem Gletscher näher zu kommen. Es ging in einem Nadelwald einen schmalen Wanderweg entlang, bis man wiederum den Gletscherbach erreicht, den man schon von weitem tosen hört. Eva vergewisserte sich mit ihrer Hand, dass der Bach wirklich eisig kalt ist und bestätigte mir das umgehend. Danach folgt der Wanderweg in kleinerem und grösserem Abstand alles dem Bach, bis sich der Wald auftut und wir auf eine Art Kiesinsel landeten. Der Gletscher war schon von da aus sehr beeindruckend, aber wir wollten noch ein wenig näher heran und folgten weiter dem Bach, hie und da einige Kletterpartien miteingeschlossen. Bei dieser Wanderung kommt man dem Gletscher nah, man steht eigentlich direkt unter der Moräne und sieht die Eismassen vor sich in die Höhe ragen. Wir bestaunten einige Zeit dieses Naturschauspiel und machten von uns und Emre Fotos, ein Kerl aus Istanbul den wir hier kennenlernten. Nach einiger Zeit brachen wir auf, um den Rückweg anzutreten, es war schon einige Zeit ins Land gezogen und wir wollten nicht allzu spät zurück sein. Nachdem wir bei der Hängebrücke angekommen waren und zumindest Pascal mit zitterigen Knien diese ein zweites Mal überquerte, fragte uns Emre ob er uns mitnehmen könne und wir sagten nur allzu gerne zu, damit wir den nicht gerade vielversprechenden Weg überspringen konnten und noch ein wenig Zeit mit ihm verbringen konnten. Er erklärte uns, dass er ein AirBnB in Istanbul besitze und wir tauschten Nummern, also falls bald jemand von euch nach Istanbul geht, können wir vielleicht ein Apartment vermitteln.
Der nächste Tag startete wieder mit einer Marschrutkafahrt durch das Tal bis nach Ushguli. Die Fahrt für die wenigen Kilometer dauern doch einige Stunden, vor allem da Teile der Strasse gesperrt waren und wir warten mussten, da ein Abhang «kontrolliert» gesprengt wurde, da eine Wandergruppe am Tag zuvor von runterfallenden Steinen getroffen wurde. Wir konnten einige Zeit dem Spektakel zuschauen und schon bald füllte sich die ganze Strasse mit Schaulustigen, irgendwo im georgischen Kaukasus. Der Ausflug nach Ushguli hatten wir extra auf den letzten Tag gelegt, da dies laut Wetterbericht der schlechteste war und so kam es auch. Angekommen in Ushguli, setzte ein Nieselregen ein und der Nebel füllte das Tal. Wir hatten einige Stunden Zeit, um die Ortschaft anzuschauen, bevor uns das gleiche Marschrukta wieder nach Hause fahren sollte. Ushguli sei das Dorf, dass noch am besten erhalten sei und viele ursprüngliche Wehrtürme aufweist. Eva war sogar so wagemutig, einen zu besteigen. In beinahe kompletter Dunkelheit die steil gestellten Leitern erklimmen, die mehr nach Bastelarbeiten aussahen, ist wirklich nicht gerade die grösste Leidenschaft des risikoaversen Pascals. In einem Gasthaus, beziehungsweise in dessen Zelt nahmen wir ein Mittagessen ein und lernten zwei türkische Wanderer kennen, die auch den Mestia-Ushguli-Trek absolvierten, dazwischen aber im Gegensatz zu anderen Schönwetterwanderer wie wir es sind, noch einige Gipfel bestiegen. Stolz zeigten sie uns ihre Fotos vom letzten Gipfel, den sie am Morgen desselben Tages erklommen und wir waren durchaus beeindruckt. Jetzt würden sie sich einige Tage in Ushguli ausruhen und zurück nach Mestia, erklärten sie uns, während sie gerade ein Bier köpften und auf ihren Erfolg anstiessen. Nach dem Essen besichtigten wir noch ein Kloster etwas ausserhalb des Dorfkerns und sahen von weitem einen weiteren Gletscher den Berg überziehend. Langsam, aber sicher mussten wir zurück zum Marschrukta und natürlich dachten wir, dieselben 5 Nasen wie zuvor wären wieder mit uns im Wagen, aber weit gefehlt, natürlich kommt wiedereinmal alles anders und das Auto ist beinahe schon voll, als wir da ankommen. Wir drückten uns noch auf zwei freie Plätze, zwei andere Deutsche hatten aber weniger Glück und wurden auf andere Fahrzeuge verteilt. Der Ausflug nach Ushguli war nett, aber wir glauben im Sommer und als Ausgangspunkt für Wanderungen rund um Ushguli eignet sich der Ort besser als für einen Tagesausflug. Die touristische Infrastruktur ist noch beinahe inexistent, einen Einkaufsladen oder irgendeine andere Möglichkeit sich Verpflegung zu kaufen gibt es nicht wirklich. Und wenn man wie wir schon Wehrtürme überall im Tal gesehen haben, sind die paar in Ushguli auch nicht mehr derart besonders. Ich denke als Schlusspunkt der mehrtägigen Wanderung ist Ushguli super und wie gesagt als Ausgangspunkt für weitere Wanderungen in einem weiteren Tal im grossen Kaukasus.
Zurück in Mestia verbrachten wir den letzten Abend nochmals im Café Leila. Wir assen uns einmal quer durch ihre Speisekarte, tranken genügend Wein, um Bacchus glücklich zu stimmen und stiessen mit dem ersten Chacha an, einem Schnaps der stark an Grappa erinnerte. Wir verlassen Mestia nur mit guten Erinnerungen an eine unglaubliche Landschaft mit wunderschönen Bergen und tolle Möglichkeiten zu wandern. Ein bisschen fühlte es sich schon als Abschluss unserer Reise im Kaukasus an, auch wenn wir einen letzten Stopp machen, bevor es in ein anderes Land gehen wird.

































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