Tbilisi

22. September 2025

Viele fragten uns inzwischen, ob wir denn auch vorhätten, Tiflis zu besuchen, oder ob es einfach nur Durchgangsstation bleiben würde. Nachdem wir vor der Nachtzugfahrt nach Jerewan einen halben Tag in Tbilisi verbracht hatten und auf der Fahrt nach Kachetien auch in Tbilisi umstiegen, aber uns dort nicht länger aufhielten, war die Frage berechtigt. Aber klar besuchten wir auch die georgische Hauptstadt. Von Telawi nahmen wir das Marschrutka zurück in die Hauptstadt, und obwohl die regnerischen Tage eigentlich vorbei sein müssten, kamen wir im Platzregen in Tbilisi an. Da die nächste U-Bahn-Station doch einige Kilometer von unserem Standort entfernt lag, winkten wir ein Taxi heran (in Ordnung, ich bin ehrlich, wir haben den Fahrdienst Bolt benutzt) und liessen uns zu unserer Wohnung fahren, die mitten in der Stadt nur einige Meter vom Flussufer des Mtkvari lag und nur einige Meter vom Präsidentenpalast, welcher nur einige Tage später nach den Regionalwahlen im Zentrum der Proteste gegen die Regierungspartei stehen würde.

Allerdings als wir dort ankamen, deutete nichts darauf hin. Im Gegenteil. Genau vor dem Eingang zur Wohnung reihten sich Stände auf, die allerdings noch leer blieben und Bühnen wurden aufgebaut, was uns darauf schliessen liess, dass hier ein grösseres Fest stattfinden würde. Wir aber liessen uns erstmal in der Millionenstadt treiben. Wir holten uns in einem der zahlreichen Cafés einen Espresso, genossen ein Craft-Bier im Hopa Taproom und spielten Uno. Das Wetter war noch nicht wirklich besser als in den letzten Tagen und so langsam machte das nasse Wetter sich auch bei uns bemerkbar, insbesondere Eva kränkelte immer mehr, also gingen wir es ruhig an. Nachtessen hatten wir im Georgian Pub, nur einige Schritte vom Liberty-Square entfernt. Das Restaurant ist unglaublich gut und trotz guter Bewertungen auf Google Maps, ist es fast noch ein Geheimtipp. Im Gegensatz zu allen anderen georgischen Restaurants, die wir begutachtet hatten, waren hier nicht alle Tische schon reserviert oder von Reisegruppen besetzt und es hatte viel einheimische Personen, die dort assen. Wir können es wirklich jedem empfehlen.

Schnitt. Etwa zwei Wochen zuvor sind wir von Gori über Tbilisi nach Jerewan gereist. Da die Verbindungen zwischen Gori und der Hauptstadt relativ überschaubar sind, hatten wir einen fast siebenstündigen Aufenthalt, bevor wir den Nachtzug besteigen konnten. Also versuchten wir irgendwo unser Gepäck zu deponieren und Tiflis schon einmal auszukundschaften. Doch so einfach war das gar nicht. Die Schliessfächer am Hauptbahnhof waren teuer und auch noch zu klein für beide unsere Rucksäcke und schlossen zu früh für unsere Bedürfnisse. Die andere Gepäckaufbewahrung, die ganz in der Nähe des Bahnhofs war, nicht wirklich überwacht, und die Schliessfächer waren alle derart verbogen, als wären sie allesamt schon einmal aufgebrochen worden. Also mussten wir zwangsweise unsere Rucksäcke auf unsere Erkundungstour mitnehmen. Wir nahmen die U-Bahn für einige Stationen bis zum Liberty-Square. Dort haben wir in einem Blog gelesen, gäbe es einen Kerl, der für eine kleine Gebühr Gepäckstücke in einem Keller einschliessen würde. Also nichts wie hin, und tatsächlich gab es den genannten Service noch. Man kann dort Gepäcksstücke für einige Stunden, aber auch mehrere Tage unterstellen und bis um zehn Uhr abends auch wieder abholen. Vom Gewicht befreit, war Stadtbesichtigung gleich um einiges angenehmer. Wir spazierten durch die Altstadt bis zur Friedensbrücke, eine bogenförmige Fussgängerbrücke mit einem Dach aus Stahl und Glas, die die beiden Ufer der Mtkvari verbindet. Auf der Ostseite der Brücke liegt gleich am Ufer der Rike Park, ein relativ steriler Stadtpark mit sehr gepflegten Beeten und einigen Bäumen und allerlei Attraktionen zur Belustigung der Anwesenden, wie beispielsweise ein Ballon, mit dem man einen Flug über Tbilisi machen kann. Gleich nebenan ist auch die Talstation einer Gondelbahn, die von städtischen ÖV-Betrieben unterhalten wird und mit der man mit der Metromoney-Karte (vielen Dank an Daniela) super günstig bis zum Sololaki-Gebirgskamm hochfahren kann. Oben angekommen, wollten wir eigentlich den Botanischen Garten besuchen, der sich auf der anderen Seite des Gebirgskamms bis ins Tal erstreckt. Aufgrund von Steinschlaggefahr war aber dieser Zugang bis auf weiteres geschlossen. "Also Planänderung und die Festung Nariqala besuchen", dachten wir. Aber auch dieser Weg war wegen Bauarbeiten versperrt. Also blieb uns nur die Möglichkeit, dem Kamm entlangzugehen, wo sich zahlreiche Souvenirläden, Schiessbuden und Verkaufsstände für Essen, Trinken und Krimskrams auf kleinstem Raum aneinandergereiht waren. Am schlimmsten fanden wir die Personen, die Falken, Papageien und anderes Getier gegen eine Gebühr auf einem absetzten, um Fotos mit ihnen zu machen. Vor allem der eine Falke schien krank zu sein und sein Federkleid hat sichtlich gelitten. Als wir uns durch die Menschenmassen gedrängelt hatten, standen wir vor einer grossen Statue, die eine Frau zeigt, in der einen Hand eine Schale Wein für die Freunde Georgiens, in der anderen Hand ein Schwert für die Feinde und wacht über die Stadt. Die Statue ist von fast allen Punkten der Stadt sichtbar. Bis 1991 besass die Statue ein Haupt, das demütig gesenkt war, zur Unabhängigkeit entschied man sich, der Statue einen Lorbeerkranz aufzusetzen und das Haupt aufzurichten und sie stolz in die Ferne blicken zu lassen. Danach folgten wir der Strasse - es war wirklich kein toller Weg - bis wir einen Abstieg fanden, der uns zurück in die Altstadt brachte. Dort besuchten wir noch eine Bar, bevor wir in der Pizzeria PAZZA uns eine extrem gute Pizza bestellten. Das Self-Service-Restaurant hat es sogar in den Gault-Millau-Führer geschafft. Das Konzept des Bestellvorgangs hat sich uns nicht wirklich erschlossen. Zuerst muss man seine Bestellung bei der Kasse abgeben und gleich bezahlen, soweit so gut. Sobald die Pizza fertig ist, wird man am Tisch informiert, dass man die Pizza holen kann, obwohl sie auch gleich an den Tisch gebracht werden könnte. Dass auch noch alles mit Einweg-Papp-Tellern und Einweg-Besteck gegessen werden muss, macht die Situation nicht gerade besser. Aber die Pizza war wirklich hervorragend und das Ambiente des Restaurationsraums sehr speziell und gemütlich. Von dort aus holten wir unsere Rucksäcke wieder im Keller bei der Gepäckaufbewahrung und ab ging es an den Bahnhof und auf den Nachtzug nach Jerewan.

Zurück zum eigentlichen Aufenthalt in Tbilisi. Nachdem wir uns ein wenig geschont und ausgeschlafen hatten, machten wir einen Spaziergang, der uns von unserem Reiseführer vorgeschlagen wurde. Er startete am Rustaveli Monument, das von jedem einfach per Metro erreicht werden kann. Rustaveli war ein bedeutender Dichter im Mittelalter und gilt noch heute als einer der bedeutendsten Schriftsteller Georgiens. Von dort aus ging es für uns die ganze Rustaveli-Strasse entlang in Richtung Liberty-Square. Als erstes erreichten wir das staatliche Oper- und Balletttheater, das uns an die maurischen Gebäude erinnerte, die wir Jahre zuvor in Andalusien gesehen hatten. Die orientalisch angehauchte Architektur des riesigen Gebäudes ist sehr wirkungsvoll und soll im Innern noch übertroffen werden. Leider mussten wir von einem Besuch des Theaters absehen. Karten sind nur spärlich erhältlich. Genau gegenüber des Theaters befindet sich das Kvarts-Café, das neben köstlichem Kaffee den Becher auch mit einem Porträt des Kunden verziert. Wer früh am Morgen kommt, kann es auch gleich anfertigen lassen, wer erst später vorbeischneit, muss sich mit einem Zeitslot begnügen, der auch spät am Abend sein kann. Da wir einen Pappbecher schlecht auf den Rest der Reise mitnehmen konnten, begnügten wir uns mit einem frisch aufgebrühten Kaffee und dem Beobachten der Künstler*innen, die mit wenigen präzisen Strichen mit Farbstiften und Tusche die Kunden in solcher Geschwindigkeit porträtierten, dass nicht nur wir staunend danebenstanden.

Wir folgten der Rustaveli-Strasse weiter und fanden uns bald vor dem Parlamentsgebäude wieder. Seit dem Beginn der Proteste gegen die aktuelle Regierung im Oktober 2024 flammen die Unruhen immer wieder auf. Als wir dort waren, war es, wie schon erwähnt, relativ ruhig. Vor dem Parlamentsgebäude sah man aber noch die Barrikaden der letzten Protestwelle, und einige campten in Zelten davor, um ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. Immer wieder wurden wir in Georgien auf die verquere Situation aufmerksam gemacht. Die EU-Fahne hängt überall in Georgien. Sei es an offiziellen Gebäuden der Städte oder Provinzen, an Flughäfen, Bahnhöfen oder Universitäten. Sobald die georgische Fahne gehisst wurde, weht nicht weit davon entfernt ihr europäisches Pendant. Auch wenn wir mit Personen ins Gespräch kamen, sagten sie uns immer, dass hier alle einfach in Frieden, Freiheit und Demokratie leben wollten und sie sich doch als Teil der europäischen Gemeinschaft verstehen würden. Auf der anderen Seite ist der Kaukasuskrieg von 2008 noch zu gut in Erinnerung und die aktuellen Bilder aus der Ukraine macht den Leuten Angst, dass es ihnen bald ähnlich ergehen könnte.

Auf der anderen Strassenseite reihen sich ab dort einige Museen, das Museum für bildende Kunst, das Nationalmuseum und das staatliche Kunstmuseum, wobei einige sicherlich einen Besuch wert gewesen wären, wir aber gerade von Kunstmuseen im Ausland meistens eher enttäuscht waren und darum meistens eher von einem Besuch absehen, wie auch hier. Wer neben den klassischen Museen ein Freund von spezielleren Museumserlebnissen ist, wird auch in Tiflis fündig. Neben dem für Georgien natürlich obligatorischen Weinmuseum, gibt es noch das viel beachtete Museum der Illusionen und einen geheimer Untergrundraum, in dem der junge Stalin einst eine illegale Druckerei betrieb.

Die Rustaveli-Strasse endet am Liberty-Square, einem grossen Platz, der eigentlich mehr ein riesiger mehrspuriger Kreisel ist, am Abend aber von der Polizei gesperrt wird und dann auch verkehrsfrei ist. Unser Weg führte dann der Nikoloz-Baratashvili-Strasse entlang in Richtung Flussufer, wo auf der rechten Seite bald die Überbleibsel der alten Stadtmauern auftauchen. Geht man noch weiter, kann man an einigen Eingangstoren in die Altstadt einbiegen, wobei die Altstadt ein bunter Mischmasch aus alten sehenswerten Häusern, einigen moderneren Betonbauten und zerfallenen Gebäuden ist. In der Ioane-Shavteli-Strasse sahen wir vor allem renovierte Altbauten und mehr Fähnchen von Touristengruppen, als wir zählen konnten. Alle starten beim neusten aller Sehenswürdigkeiten, dem schiefen Uhrenturm. Er wurde 2010 vom Puppenspieler und Künstler Rezo Gabriadze erbaut, direkt vor seinem Marionettentheater, das in einem alten Haus dahinter untergebracht ist. Jede volle Stunde erscheint ein Engelchen, das die Glocke an der Aussenseite des Turms anschlägt. Der Turm ist total verwinkelt, an allen Ecken schräg und zusammengewürfelt. Er könnte direkt aus dem Disney-Film von "Alice im Wunderland" stammen. Wir versuchten irgendwie durch die Menschenmassen weiterzukommen, bis wir die Anschiatschi-Basilika erreichten, eine der ältesten orthodoxen Kirchen Georgiens und im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen, die wir besichtigt haben, ist diese innen mit Fresken bemalt und viel schmucker ausgestattet. Dies liegt vielleicht auch daran, dass sich genau nebenan das Patriarchat der georgischen orthodoxen Kirche befindet. Als wir die Kirche besichtigten, fand in kleinem Rahmen gerade eine Taufe statt und die Priester gaben ihren liturgischen Gesang zum Besten, was für uns sehr beeindruckend war, für andere Touristen schien dies aber eine Einladung zu sein, die Taufe zu filmen und den Angehörigen und dem Kind extrem nahe zu kommen, was wir als derart respektlos empfanden, dass wir den Ort schnell wieder verliessen.

Von dort aus waren es nur einige Gehminuten zurück zu unserem Apartment und da wir beide nicht wirklich fit waren, ruhten wir uns ein wenig aus. Der Mittagsschlaf hat uns wirklich gut getan, und als wir gegen Abend nochmals aufbrachen, machte auch die Wolkendecke ein wenig auf und wir konnten noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages geniessen. Da wir noch einige türkische Lira und armenische Dram übrig hatten, wollten wir diese noch wechseln. Wechselstuben gibt es in der ganzen Stadt mehr als genug. Eigentlich bietet jeder Späti, jeder Kiosk und jede Autowerkstatt auch an, Geld zu wechseln, und natürlich sind alle "gebührenfrei". Nachdem wir bei einigen dieser zum Teil auch dubiosen Einrichtungen nachgefragt hatten und alle derart schlechte Konditionen boten, recherchierten wir ein wenig im Netz und fanden heraus, dass die besten Wechselkurse ein Anbieter mit dem Namen "Rico.ge" hat. Das praktische daran ist, dass jeder die Wechselkurse online auf deren Webseite einsehen kann und dadurch auch transparenter ist als die fragwürdigen anderen Angebote in der Stadt. Gleich bei der alten Stadtmauer hat Rico eine Filiale und für uns ging es zuerst dort hin, um das restliche Geld umzutauschen. Danach spazierten wir durch die Altstadt, fanden eine Bar, die Fizzy-Wein anbot und unsere Neugierde liess uns diesen probieren. Wir dachten eigentlich, dass es sich um einen leicht kohlensäurehaltigen Wein handeln würde, ähnlich dem italienischen Vino frizzante, als der Barkeeper uns zuerst fragte, welchen Wein wir denn wollten und uns je eine Flasche Rosé-, Weiss- und Rotwein zeigte, waren wir verwirrt, noch verwirrter waren wir, als er den Rosé in eine Sodastream-Flasche füllte und für uns die Flüssigkeit carbonierte. Der leicht süssliche Wein war aber bestens geeignet, um in dieser Form zu trinken und wir waren überrascht, wie gut es uns schmeckte. Irgendwie passte es auch zum besseren, fast schon wieder sommerlichen Wetter in den letzten Stunden.

Nachdem wir noch ein bisschen durch die Altstadt gestrolcht waren, sind wir noch in die Axiom Brauerei und verbrachten dort den Abend. Planten weitere Schritte in Georgien und schauten nach, welche Züge in Kasachstan und Usbekistan schon vorab buchbar waren. Die Brauerei ist im Hinterhof eines Häuserblocks in einem alten Industriebau gelegen und nicht ganz einfach zu finden, da es schlecht gekennzeichnet ist, durch welche Einfahrt man in den Hinterhof gelangt. Sie brauen dort die für Craft-Breweries üblichen obergärigen Biere wie IPA, APA und so weiter, aber auch ganz ausgefallene Sorten wie ein Tomato-Gose, welches wie ein Tomatensaft mundete und auch für uns eine ganz neue Erfahrung war. Im Aussenbereich wurde währenddessen mit grösster Motivation und abnehmender Treffsicherheit ein Tischtennisturnier ausgetragen, und eine DJane füllte das Industriegebäude mit leichter Trance-Musik. Natürlich mussten die Räumlichkeiten auch noch für einen Secondhand-Kleiderladen herhalten und es wurde wild gestikulierend die Abschaffung des Kapitalismus diskutiert, während alle Bier tranken, dessen Preise für einen lokalen Arbeiter nichts anderes als unerschwinglich sein dürfte. In diesem ganzen Mix fühlten wir uns aber super wohl und die Polstergarnitur, in denen wir Platz nahmen, war derart durchgesessen, dass wir komplett im Polster versanken. Ja, auch so kann Tbilisi sein.

Am nächsten Tag, gut ausgeschlafen und wieder ein wenig mehr bei Kräften, fuhren wir mit der U-Bahn in ein weiter entferntes Viertel im Westen der Stadt und spazierten von der medizinischen Universität zur "State University" einer typischen sowjetischen Allee entlang, die von hohen Plattenbauten gesäumt ist. Einige neue Bauvorhaben, wie die City Mall und der geplante Cityzen Tower, durchbrechen mit ihrem futuristischen Aussehen und den spiegelnden Glasfasaden die sowjetische braun-graue Idylle. Viel bot das Viertel nicht, so war es aber für uns eine entspannte Abwechslung zur extrem touristischen Innenstadt. Von dort würde eine Seilbahn eigentlich zum städtischen Naherholungsgebiet und dem Schildkrötensee führen, von wo Wander- und Spazierwege bis zu anderen Seilbahnen nahe der Rustaveli-Strasse oder sogar der Mutter Georgiens führen würden, was wir aber leider zu spät bemerkten, als wir schon wieder zurück in der Innenstadt waren. Für den späteren Nachmittag haben wir noch etwas entspannendes geplant. Denn die Stadt hat eine ganz eigene Badekultur mit heissen Schwefelquellen, die noch aus der Zeit des osmanischen Reiches zurückgeht. Im Badeviertel der Stadt hat es mehrere bekanntere und weniger bekannte Bäder, einige der Eingänge verstecken sich in Nischen und sind eher schwer aufzufinden. Die Bäder können aber schon von weitem anhand der Backsteinkuppeln erkannt werden. Viele der Bäder sind rund um die Uhr geöffnet, und man kann sich einen Zeitslot online z.B. über Facebook buchen. Da wir aber den Besuch des Schwefelbads relativ spontan beschlossen hatten, war es nicht mehr möglich online zu buchen und alle Bäder, die wir fragten, sagten uns ab, da sie ausgebucht waren. Im letzten Bad, dem "Royal", hatten wir aber Glück, nach mehrmaligem Hin und Her bestätigte sie, dass ein Bad für eine Stunde frei sei und wir es für 160 Lari (~45 CHF) buchen könnten, wir aber bar bezahlen müssten. Da wir aber praktisch kein Bargeld mehr dabei hatten, rannte Pascal los, um am Bankomaten, der etwa 10 Minuten entfernt war, genügend Geld zu ziehen. Kaum zurück konnten wir unser Bad beziehen. Es war verglichen zu den anderen Badehäusern sicher nicht das schönste und da und dort wären kleine Reparaturen und Renovationen wahrscheinlich nötig gewesen, aber wir genossen unseren einstündigen Aufenthalt in unserem Privatbad, und auch den Schwefelgeruch vergisst man schneller als man denkt. Die Bäder, die man dort mieten kann, bestehen meist aus einem Vorraum mit Toilette, der als Umkleide genutzt wird und dem eigentlichen Baderaum, der bei uns aus einem Schwefelbad und einer Steinliege bestand. Farbige Kacheln an den Wänden waren zu Mosaiken geformt, was dem Bad einen orientalischen Touch verleiht. Wenn man möchte, kann man aber auch grössere Bäder mit mehreren Becken oder Sprudelbad haben. Nachdem wir eher kränklich waren, entspannte uns der Aufenthalt im Bad, wir kamen ein wenig runter, was für die Pläne in den darauffolgenden Tagen sicherlich gut war.

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