Ubon Ratchathani liegt sehr selten auf den klassischen Backpacker-Routen. Da wir aber über Land nach Kambodscha reisen wollten und darum einen kleinen Umweg über Laos in Kauf nehmen müssen, ist der logische nächste Halt eben: Ubon. Da der klimatisierte Schnellzug von Pak Chong nach Ubon Ratchathani schon ausgebucht war, verbrachten wir sechs Stunden in einem sehr vollen und sehr heissen Abteil der dritten Klasse – ohne Kühlung und auf harten Holzbänken. Aber wir wollten ja lokale Erfahrungen sammeln. Bei jeder Station kamen neue Verkäuferinnen und Verkäufer vorbei, um abgepacktes Essen und Früchte zu verkaufen. Wir assen um die Mittagszeit je eine Portion Pad Krapao (das bekommt man tatsächlich einfach überall) und später noch Mango mit Salz und Chilipulver. Irgendwie verging auch die nicht allzu gemütliche Fahrt in den Osten Thailands und wir kamen südlich vom Zentrum Ubons am Hauptbahnhof an. Wir schnappten uns ein klimatisiertes Taxi und liessen uns direkt vors Hotel fahren. Es war tatsächlich ein ganz klassisches Hotel mit Rezeption und so weiter. Nach einer kühlenden Dusche checkten wir ein und verliessen das Hotel wieder, um am Nachtmarkt direkt am Fluss etwas zu essen zu finden.
Irgendwie ist die Stadt ganz geschäftig, aber immerhin so übersichtlich, dass man das Gefühl hat, alles Wichtige zu Fuss erreichen zu können. Was extrem auffällt, ist die hohe Dichte an Cafés. Wir waren in den Tagen in Ubon in einigen davon und jedes versucht, sich von den anderen in gewisser Weise abzuheben. Hier gibt es zum Beispiel das Katzencafé und auch wenn wir wissen, dass dies problematisch ist, waren wir dort. Die Besitzer achten jedoch sehr darauf, dass die Katzen nicht gejagt werden. Man sollte sie nur dann streicheln, wenn sie nicht schlafen und nicht auf dem Katzenbaum sitzen. In einem anderen Café, dem «Lovio», scheint der Treffpunkt der gut betuchten Studenten Ubons zu sein. Die iPad- und MacBook-Dichte ist auffallend hoch, die Englischkenntnisse der Baristas sind auffällig gut. Wir bearbeiteten dort viele Fotos und bereiteten uns auf den ersten Grenzübergang unserer zweiten Reise vor.
Auch in der Umgebung von Ubon gibt es eigentlich viel zu sehen. Einige der Highlights liegen etwa zwei Fahrstunden entfernt, wo der Mekong die laotisch-thailändische Grenze definiert. Hier gibt es gleich mehrere Nationalparks und im Nachhinein hätte man wohl auch zwei, drei Tage in Chong Mek, der Grenzstadt, verbringen können. Wir haben am zweiten Tag in Ubon über die Rezeption des Hotels einen Fahrer organisiert, der uns zum Pha Taem Nationalpark brachte. Hier, direkt in der Felswand, die weit hinunter bis zum Flussbett abfällt, befinden sich rund 4000 Jahre alte Wandmalereien. Hierher kommen wohl nicht gerade viele westliche Touristen. Nachdem wir das Besucherzentrum besichtigt hatten, kam sogleich der Chef-Ranger auf uns zu und machte mit uns ein Selfie – und wir natürlich auch mit ihm. Die Aussicht von der Felswand hinunter auf die Flussebene des Mekongs ist einzigartig. Nachdem wir uns sattgesehen hatten, machten wir uns in der brütenden Hitze auf, die Wandmalereien anzusehen. Dabei steigt man am Felsen immer weiter nach unten. Der Weg ist zwar sehr gut gesichert und grösstenteils mit Geländern versehen, in der Regenzeit kann es aber doch gefährlich sein. Wir waren froh über unsere Schuhe mit gutem Profil und staunten nur darüber, wie andere diesen Weg in Flip-Flops bewältigten. Die Wandmalereien sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, aber die Informationstafeln erklären die verschiedenen Abbildungen gut. Hat man sie erst einmal erblickt, erkennt man Menschen, Handabdrücke, Elefanten und Schildkröten. Es ist faszinierend, wenn man bedenkt, dass die Abdrücke dieser Hände bereits 4000 Jahre alt sind. Nach der Wanderung brachte unser Fahrer uns noch zu einem Tempel, der direkt über dem Mekong gebaut wurde. Wenn hier die Trommeln ertönen, hört man es das ganze Tal entlang bis weit über den Fluss hinweg.
Am letzten Tag in Ubon suchten wir für den zukünftigen Grenzübertritt nach Kambodscha frische Dollarscheine. Die beiden bekannten Wechselstuben in der Stadt, «Super Rich» und «Twelve Victory», bieten kompetitive Kurse und wissen bestens Bescheid, wie die Dollarscheine auszusehen haben, um an der Grenze keine Probleme zu bekommen. Da «Super Rich» keine entsprechenden Dollars vorrätig hatte, mussten wir ins «Central»-Einkaufszentrum, um dort Geld zu wechseln. Da es schon Abend war, entschieden wir uns, gleich dort bei «Shabushi» zu essen, einem Shabu- (Hotpot) und Sushi-All-you-can-eat-Restaurant. Es scheint dort nichts zu geben, das es nicht gibt.
Als Nächstes steht bei uns Südlaos auf der Reiseroute. Wir sind gespannt, wie uns die Zeit dort gefallen wird.































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