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Bangkok

18. März 2026

Nach sechs Wochen zurück in der Heimat nahm uns der erneute Abschied mehr mit, als wir uns eigentlich gedacht hatten. Dass wir am Flughafen Zürich Probleme mit dem Check-in hatten, half auch nicht wirklich. Der Mitarbeiter unserer Fluggesellschaft meinte erst, der eine Pass hätte zu viele Stempel auf der zweitletzten Seite, und später, wir hätten die digitale Einreisekarte mit dem falschen Datum ausgefüllt. Obwohl dies beides nicht stimmte, beschuldigte er uns noch, wir hätten ihn extra reinlegen wollen. Der Flug war indes nicht weiter spektakulär, ausser dass wir in Kopenhagen sputen mussten, um unseren Anschlussflug zu erreichen.

Flughafen und Einreise

Die Einreise am Flughafen Suvarnabhumi verläuft meistens und auch in unserem Fall, schnell und unkompliziert. Fingerabdruck abgeben, in die Kamera lächeln und schon bekamen wir den Stempel in den Pass. Wichtig ist, dass man bei Fragen eine vernünftige Reiseroute vorzuweisen hätte und auch nach einem allfälligen Weiterreiseticket gefragt werden könnte. Ausserdem kann nach 20'000 Baht in bar oder dem Gegenwert in einer anderen Währung gefragt werden, auch wenn es selten passiert, dass diese Regelung tatsächlich Anwendung findet. Draussen vor dem Flughafen warteten schon massenhaft Taxis. Wir haben diese links liegen lassen und sind direkt zum Airport Rail Link, mit dem man direkt vom Flughafen ins Stadtzentrum fahren kann. Das Ticket kann sowohl mit Bar am Ticketschalter bezogen werden, man kann aber auch wie wir die Kreditkarte oder das Smartphone mit Google- oder Apple-Pay direkt an das Bezahlterminal am Drehkreuz halten. Beim Verlassen des Zugs folgt dasselbe Prozedere und so wird der Fahrtpreis ermittelt.

Übernachten

Wir haben über Airbnb eine kleine Duplex-Wohnung im Distrikt Rama 9 gemietet. Da Airbnb-Wohnungen in Thailand in einem Graubereich liegen und diese bei Neubauten meist untersagt werden, sind wie auch in unserem Fall im Lift oder an anderen Informationsbrettern Weisungen angebracht. Diese besagen, dass die Vermietung der Wohnungen für einzelne Tage strikt untersagt ist und dass bei Zuwiderhandlung relativ hohe Strafen auch für die Touristen zu erwarten seien. Irgendwie schreckte uns das ein wenig ab. Trotzdem genossen wir den Pool im zwölften Stock mit Blick in Richtung der Skyline von Bangkok. Wenn wir wieder einmal eine solche Wohnung mieten würden, achten wir mehr darauf, sie in der Nähe der Metro auszusuchen.

Die Stadt und ihre Tempel

Bangkok beherbergt einige wirklich schöne Tempelanlagen, von denen wir drei besichtigt haben. Der Wat Pho mit seinem riesigen liegenden Buddha ist wahrscheinlich der bekannteste Tempel. Am Tag reisen hier viele Touristenbusse an, aber gegen Abend nach 17:30 Uhr, als wir ihn besichtigten, mussten wir die Tempelanlage nur mit einer Handvoll anderer Touristen teilen. Der Wat Saket wiederum ist auf einem künstlichen Hügel errichtet und bietet eine wundervolle Aussicht über die Stadt, und von hier oben ist der Sonnenuntergang besonders schön anzuschauen. Der Wat Arun hebt sich von den anderen Tempeln ab. Er ist viel farbiger, wilder und ähnelt fast schon den Hindu-Tempeln, die wir in Indien bestaunen durften. Hier sammeln sich viele Touristen, um Fotos für Social Media zu machen.

Das portugiesische Viertel Kudeejeen mit seinen engen Gassen und der Santa-Cruz-Kathedrale gefiel uns sehr. Wir besuchten auch das kostenlose Kudichin Museum, das viel über die portugiesischen Einflüsse Siams erzählt, und das Mittagessen bei «Grandma’s Portuguese Home» durfte ebenfalls nicht fehlen. Sie serviert sowohl portugiesische wie auch thailändische Gerichte. Genau gegenüber liegt der Blumenmarkt, der weit mehr als die Halle umfasst; in allen Strassen ringsum werden Blumen und Gestecke verkauft. Der Blumenmarkt selbst hat im ersten Stock einige kleine Imbisse, die vor allem die Verkäufer im Erdgeschoss versorgen. Das Essen ist köstlich und garantiert keine Touristenfalle.

Ein wenig weiter den Phraya entlang erstreckt sich «Chinatown». Die Song Wat Road ist die In-Strasse schlechthin. Wir hatten das Gefühl, dass mit uns alle Touristen Bangkoks gleichzeitig in dieser Strasse waren. Auf engem Raum wechseln sich Vintage-Läden, hochpreisige Cafés, kleine Boutiquen und Markenläden ab. Je weiter wir der Strasse folgten, desto mehr Graffitis und Wandmalereien waren an den Wänden zu finden. Unbemerkt sind wir im Viertel Talat Noi gelandet, das für seine Strassenkunst bekannt ist. Chinatown ist auch am Abend einen Besuch wert. Vor allem die Yaowarat Road und die Seitenstrassen verwandeln sich unter den riesigen Neonlichtern zu einem gewaltigen Nachtmarkt. Wir probierten uns durch die Stände, vom klassischen Touri-Lieblingsessen Pad Thai bis zu lebenden Garnelen kann man hier alles bekommen. Wir machten um allzu grosse Experimente einen Bogen; unsere Mägen wollten wir noch ein wenig schonen, bevor wir uns wieder auf solche Dinge einlassen.

Ausgang und Nachtmärkte

Im Norden von Bangkoks Innenstadt liegt die berühmt-berüchtigte Backpacker-Strasse, die Khaosan Road. Und auch wenn wir sie am ersten Abend besuchten, wurden wir nicht wirklich warm mit ihr. Dafür aber gibt es ringsum, zum Beispiel in der Phra Athit Road und vor allem in der Rambuttri Alley, gute und günstige Restaurants und Bars. Die Geckobar ist ein grossartiger Ort, um sich ein Chang zu gönnen und das Treiben der Stadt zu beobachten. Hier kommen allerlei Figuren vorbei: Gestrandete, Gebliebene, Backpacker und Touristen aller Art.

Thailand ist weit über seine Grenzen für seine Nachtmärkte bekannt. Fast in allen Orten, die wir seither in Thailand besuchten, war es die zentrale Anlaufstelle des Ortes nach Sonnenuntergang. In Bangkok besuchten wir in der Nähe unserer Unterkunft den «The One Ratchada», den wir aber nicht im vollen Umfang weiterempfehlen können. Als wir dort ankamen, war der komplette Platz voller Europäer. Das komplette Gegenteil dazu war der im Westen gelegene Thonburi Market, den wir von Susanne und Mark empfohlen bekamen. Er ist aufgeteilt in einen Foodcourt, einen Früchte- sowie einen Fisch- und Meeresfrüchtemarkt. Wir assen dort frisch grillierte Garnelen, Fisch mit Ingwer und Sashimi. Alles wurde direkt vor Ort frisch zubereitet.

Malls und moderne Kontraste

Es klingt beinahe ein wenig abgedroschen, aber Kaufhäuser sind echt ein Ding in Bangkok. Während wir von vielen das Iconsiam empfohlen bekamen, gingen wir zum Siam Square. Es lohnt sich auch ein Besuch, ohne dass man etwas kaufen will. Es treffen hier mit dem Siam Center, dem Siam Paragon und dem Siam Square One gleich mehrere Einkaufszentren aufeinander. Draussen auf dem Siam Square geht es vor allem zur Rushhour hektisch zu und her. Da sich hier zwei Linien des Skytrains kreuzen, ist es ein gewaltiger Verkehrsknotenpunkt; wenn man die Kreuzung von unten betrachtet, wähnt man sich in einer Zukunft, die man sich vor 30 Jahren ausgedacht hatte. Neben dem Siam Square wollte Pascal unbedingt noch die IT-Mall Pantip Plaza besuchen. Leider ist sie aber geschlossen und wird als normale Mall wiedereröffnet. Mit dem Besuch der Fortune Town, einer etwas kleineren Version bei der Station Rama 9, kam Pascal aber doch noch auf seine Kosten.

Dazwischen suchten wir ein wenig Ruhe. Der Benjakitti-Park eignet sich hervorragend dafür. Besonders schön fanden wir es, durch die hochangelegten Pfade mit dem direkten Übergang zum Lumphini-Park zu spazieren. Der Lumphini-Park ist die Entspannungsoase der Einheimischen, aber auch viele Touristen kommen hierher, nicht zuletzt wegen der unzähligen Warane, die sich dort tummeln. Uns hat der ruhigere Benjakitti-Park fast besser gefallen.

Wir fanden Bangkok grossartig, vielfältig und einen guten Start in Thailand. Wir haben es uns noch viel hektischer und lauter vorgestellt, als wir es schlussendlich empfunden haben. Es war ein gelungener Auftakt für unseren zweiten Teil der Reise.

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