Koh Rong Sanloem

21. April 2026

Alle Influencer, alle Youtuber und alle Reisenden, die wir in der Zwischenzeit kennenlernten, zeigen immer wieder Fotos von weissen Sandstränden auf traumhaften Inseln in Südostasien. Bisher kannten wir davon nichts, also los, ab auf die Insel. In Kambodscha gibt es zwei grosse Inseln, die gleich nebeneinander liegen, auf die das Gros der Touristen hingeht. Die Insel Koh Rong ist das ursprüngliche Ziel, welche auch schon länger bewohnt ist. Die Insel nebenan war bis vor wenigen Jahren noch unberührter, aber es hat sich entlang des Hauptstrandes im Norden eine Reihe Ressorts und Hotels angesiedelt. Trotzdem entschieden wir uns für diese, für Koh Rong Sanloem.

Auf der Hinfahrt machten wir eine Nacht halt in Phnom Penh, bevor wir am nächsten Morgen mit dem Van nach Sihanoukville fuhren und von dort mit dem Boot übersetzten. Trotz ruhiger See war es eine wilde Fahrt und viele der Insassen kämpften mit dem Mageninhalt.

Auf dem Steg auf Koh Rong Sanloem angekommen, wartete schon ein Gefährt unseres Hotels auf uns, das wahrscheinlich ursprünglich ein Traktor gewesen sein könnte. Da es keine Strassen auf der Insel gibt, bleiben zwei Möglichkeiten: zu Fuss über den Strand zu marschieren oder mit diesen Gefährten, die die meisten Hotels besitzen, sich zum Hotel fahren zu lassen. Und es macht unglaublich Spass, darauf zu sitzen und über den Strand zu rollen.

Die nächsten drei Tage machten wir eigentlich nichts. Genossen den Strand, das seichte Wasser und lasen, was der Akku unserer eBook-Reader hergab. Nur zweimal konnte uns etwas aus unseren Liegestühlen holen. Das erste Mal war dies ein Spaziergang dem Strand entlang bis zum Pier an dem wir mit dem Boot angekommen waren und vergewisserten uns, dass es tatsächlich keine Strassen gab. Ausserdem sahen wir doch, was der Tourismus auf der Insel anrichtet oder beziehungsweise anrichten wird. Einige Anlagen sind wirklich hässlich in das Hinterland hineingebaut und viele Menschen ergibt viel Abfall und dass dies irgendwo im Dschungel landet ist einerseits logisch andererseits halt doch erschreckend. Beim zweiten Mal durchquerten wir einmal die Insel und wanderten bis zum „Lazy Beach“, der etwa zwei Kilometer entfernt ist. Leider begeht man diese kurze Wanderung heute vorallem entlang breiter Baumschneisen, wo der Wald gerodet wurde, um Infrastruktur aufzubauen und auch die Grundlage für grössere Hotelanlagen zu legen. Wir hoffen ganz fest, dass die Insel nicht zu stark verbaut wird. Schon heute würde wahrscheinlich niemand der vor einigen Jahren diese Insel besuchte sie wiedererkennen, aber wir hoffen sie wird von zu grosser Bauwut verschont. Im Norden von Koh Rong Sanloem, wo die Insel ganz nahe an ihrer Schwesterinsel Koh Rong liegt, gäbe es noch den Ort M’Pay. Wir haben es nicht besucht, aber es ist der einzige ursprünglich bewohnte Teil der Insel und Kambodschaner*innen und eingewanderte Ausländer*innen gleichermassen, haben dort ein kleines Idyll erschaffen, bieten lokale Spezialitäten an und ist sehr beliebt als Tagesausflug von Koh Rong. Selbst von Koh Rong Sanloem muss man M’Pay mit dem Schiff anfahren, da keine direkte Verbindung zum Hauptstrand existiert.

Unser Hotel lag gleich neben dem Ableger der landesweiten Onederz-Hostelkette. Das Essen dort war super und das günstigste auf der Insel, somit waren wir fast jeden Abend dort. Zusätzlich genossen wir das entspanntere Flair, das im Hostel herrschte, im Gegensatz zu den eher formelleren Luxusresorts rund herum.

An einem Abend vor der Abreise buchten wir noch eine Tour, um mit fluoreszierendem Plankton zu schnorcheln. In der Dunkelheit schnorchelten wir in der Bucht und es war faszinierend, wie jeder Schwimmzug eine leuchtende Verwirbelung hervorbrachte. Leider schien der Mond ein wenig zu hell, um die Magie ganz zum Glänzen zu bringen, aber es war trotzdem ein wunderschöner Moment.

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